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finn106. März 2017: Trotz des Erlasses eines weltweiten Transportverbots von Haiflossen durch führende Frachtunternehmen ergab eine dreimonatige Untersuchung von Sea Shepherd Global, dass noch immer große Ladungen Haiflossen in Hongkong ankommen. Die Untersuchung fand im Rahmen der weltweiten Haischutzkampagne OPERATION APEX HARMONY statt und belegt, dass die Fracht von Flug- und Schifffahrtsgesellschaften transportiert wurde, obwohl diese sich dem Transportverbot „No Shark Fin“ verpflichtet haben.

Auf der ganzen Welt befinden sich Haie in ernsthaften Schwierigkeiten. Bei manchen Arten sinken die Bestände drastisch um über 90%. Einige Arten, wie der Hammerhai, sind vom Aussterben bedroht.

Ein immer größer werdendes Konsortium der großen Flug- und Schifffahrtsgesellschaften sowie nicht-staatlichen Organisationen (NGOs) traf sich vergangenen Freitag mit leitenden Mitarbeitern der Hongkonger Zollbehörde und Ministern für Landwirtschaft, Fischerei und Naturschutz, um sie über die Untersuchungsergebnisse von Sea Shepherd Global in Kenntnis zu setzen und über Vergehen gegen Natur- und Artenschutz zu diskutieren. Ganz oben auf der Agenda stand die Frage, wie sich verhindern lässt, dass Produkte, die von CITES (Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen) gelistet sind, unwissentlich transportiert werden. Dies beinhaltet viele Arten von als „gefährdet“ und „stark gefährdet“ gelisteten Haien, deren Flossen im Hongkonger Haiflossenhandel gefunden wurden, wie beispielsweise vom Hammerhai oder dem Weißspitzen-Hochseehai.

Die Geschichte der Haiflossen-Transportverbote

Seit 2010 konzentrieren sich internationale Naturschutzverbände auf die Versorgungskette von Haiflossen, indem sie sich bei Flug- und Schifffahrtsgesellschaften dafür einsetzten, den Transport von Haiflossen und Haiprodukten zu verbieten. Jedoch ist das Untermischen der Flossen von illegal gefischten Haiarten in die Ladungen von legal, aber nicht nachhaltig gefischten Haiarten noch immer weitverbreitet. Beachtenswerterweise wurde Maersk, die weltgrößte Schifffahrtsgesellschaft, zum Wegbereiter und erließ 2010 als erstes Unternehmen ein weltweites Transportverbot von Haiflossen. 16 der weltmarktführenden Containerschiffsgesellschaften folgten diesem Beispiel.

„Die Maersk Line verpflichtet sich, unseren Grundsatz, keine Haiflossenprodukte auf unseren Schiffen zu transportieren, durchzusetzen. Es ist frustrierend, dass einige Händler ihre Fracht, die sie mit uns verschiffen wollen, anscheinend falsch deklarieren, um unsere eingeführten Restriktionen zu umgehen. Wir sind Sea Shepherd jedoch dankbar, dass sie durch ihre Nachforschungen dieses Problem aufzeigen. Darüber hinaus arbeiten wir mit Sea Shepherd und anderen NGOs sowie mit dem Hongkonger Zoll und anderen Interessenvertretern daran, unsere Maßnahmen zu verschärfen, um sicherzustellen, dass das Transportverbot für Haiflossen in Zukunft effektiv umgesetzt wird“, sagte Tim Smith, Vorsitzender und stellvertretender Leiter von Maersk für die Region Nordasien.

Etwa 92% der Haiflossen, die nach Hongkong eingeführt werden, kommen auf Frachtschiffen an, während die restlichen 8% per Luftfracht eintreffen. Nach der Zusammenarbeit mit mehreren örtlich und international angesehenen Naturschutzfachleuten wurde die in Hongkong ansässige Fluglinie Cathay Pacific 2010 die erste Fluggesellschaft, die ein anfängliches Verbot für nicht nachhaltig gefischte Haie und Haiprodukte, darunter seit September 2012 auch Haiflossen, erließ. Im Juni 2016 wurde dieses zu einem vollständigen Verbot für Haiflossen ausgeweitet.

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„Als Unterzeichner der „United for Widlife Transport Taskforce Buckingham Palace Declaration“ verpflichtet sich Cathay Pacific, den Transport illegaler Wildtierprodukte nicht wissentlich durchzuführen oder zu tolerieren. Dies ist eine bedeutsame Initiative von Sea Shepherd und wir werden diese so gut wir können unterstützen, um Schlupflöcher zu schließen, welche die Wirksamkeit unserer Embargopolitik beeinträchtigen“, versicherte Evelyn Chan, Vorsitzende für Umweltangelegenheiten bei Cathay Pacific Airways.

Alex Hofford, der jetzt bei WildAid Hongkong ist, leitete die Kampagne für Fluggesellschaften und wurde dabei von etwa dreißig weltweiten Meeres- und Tierschutzorganisationen, darunter Sea Shepherd und WWF, unterstützt.

Beweise für die Nichteinhaltung des Verbots

Wie bei den meisten Umweltfragen besteht die erste Herausforderung darin, die Gesetze zu ändern. Aber die zweite und viel größere Herausforderung ist es, diese Gesetze durchzusetzen. Trotz der kürzlich in den Medien verbreiteten Behauptungen, dass der Handel insgesamt abgenommen hat, begann Sea Shepherd Global Nachforschungen anzustellen, nachdem nachweislich große Ladungen von Haiflossen im Hongkonger Distrikt Sheung Wan angekommen waren. „Die Monate vor dem chinesischen Neujahr sind immer die geschäftigsten für die Haiflossenhändler, da sie versuchen, die Nachfrage des Marktes auf dem chinesischen Festland während der Feiertage zu decken“, erklärte Gary Stokes, Südostasiendirektor von Sea Shepherd Global.

Die dreimonatige Untersuchung zeigte große Ladungen auf, die mit Gesellschaften befördert wurden, die dem Transportverbot von Haiflossen zugesagt hatten. Darunter waren zwei fast 14 Meter lange Container, beladen mit Haiflossen aus dem Mittleren Osten, die in Maersk-Containern ankamen. Ein Luftfrachttransport mit Virgin Australia Cargo und Cathay Pacific, der fälschlicherweise als „Fischprodukte“ deklariert worden war, wurde vom Zoll nicht erkannt. Der Exporteur, der den Transportversuch dieser Güter unternahm, steht nun auf der schwarzen Liste bei Virgin Australia Cargo, das ein Transportverbot für Haiflossen erlassen hat. Die Unternehmen wie Virgin, Maersk und Cathay Pacific stehen nun vor dem Problem, dass Haiflossenhändler das System durch betrügerische Fehlkennzeichnung missbrauchen. Haiflossen werden mit allgemeinen Bezeichnungen, wie „Meeresfrüchte“, „Trockenware“ oder „getrocknete Meeresfrüchte“ gekennzeichnet, um der Erkennung zu entgehen.

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„Was das Sea Shepherd Team aufdecken konnte, ist so traurig. Abertausende von Haien, die nur getötet wurden, um aus ihren Flossen Suppe zu machen. Diejenigen Menschen, die hier wissentlich beteiligt waren, sollten sich in Grund und Boden schämen. Man muss Sea Shepherd und dem Team um Gary Stokes gratulieren, diesen schmutzigen, manchmal illegalen Handel aufgedeckt zu haben“, sagte Richard Branson, Gründer der Virgin Group.

„Weit über 30 Fluggesellschaften und fast 20 Frachtschiffsunternehmen handeln heute nach dem Transportverbot „No Shark Fin“. Manche Fluglinien, wie Japan Airlines und All Nippon Airlines, sträuben sich jedoch gegen die bewährten Praktiken der Branche und unterstützen noch den von Kriminalität durchsetzten Haiflossenhandel. WildAid ruft alle Personen- und Frachtfluglinien, alle Containerschiffsgesellschaften, sowie die Express-Paketzusteller, wie FedEx und TNT dazu auf, nachhaltig, moralisch – und vor allem legal – zu handeln, indem sie die schmutzigen Haiflossenladungen aus ihren Frachträumen verbannen“, sagte Alex Hoffort von WildAid.

Durch Zusammenarbeit die Schlupflöcher schließen

Nach Vorlage der Beweise arbeiten Maersk, Cathay Pacific und Virgin nun eng mit Sea Shepherd Global und WildAid zusammen, um alle verbleibenden Schlupflöcher, die vom Haiflossenhandel ausgenutzt werden, zu schließen. „Es wird eine grundlegende Überprüfung ihrer Buchungsvorgänge und Frühwarnmechanismen geben, um dabei zu helfen, die Verbote durchzusetzen“, erklärte Stokes.

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Jeglicher internationaler Handel wird durch die Weltzollorganisation (WCO) beobachtet und ermöglicht, welche detaillierte Listen mit sogenannten HS-Codes führt. Das sind 6-stellige Warennummern (Hongkong geht einen Schritt weiter und nutzt 8-stellige Nummern), die exakt, bis ins Detail, den Inhalt einer Fracht anzeigen. Allerdings werden besagte Warennummern bisher rein zur statistischen Erfassung von Ein- und Ausfuhrdaten genutzt und Deklarierungen erst aufgenommen, wenn die Ladung bereits angekommen ist. Sea Shepherd Global und WildAid fordern, dass die Dokumentation von Post-Shipment auf Pre-Shipment umgestellt wird. Stehen die Informationen schon vor der Verschiffung zur Verfügung, kann Hongkongs Zollbehörde effektivere Risikoprofile erstellen und infolgedessen gezieltere Durchsetzungsmaßnahmen durchführen. Die vorschriftsmäßige Dokumentation der vollständigen HS-Codes schon vor der Ankunft könnte sicherstellen, dass Flug- und Schifffahrtsgesellschaften bessere Kenntnis darüber haben, was sich in der Fracht genau befindet. Ein derartiges System gibt es bereits in den USA als wirksame Maßnahme zur Terrorismusbekämpfung. Spanien arbeitet mit ähnlichen, strengeren Transportverfahren, die dem Zoll gegenüber dem geschickten Syndikat von Umweltverbrechern einen Vorsprung gewähren. Die Regierung von Hongkong appelliert auch an die Öffentlichkeit und die Wirtschaft, die Verfügbarkeit von Informationen vor der Verschiffung zu unterstützen, um mit internationalen Standards und bewährten Zollmethoden gleichzuziehen, erfährt aber sturen Widerstand durch den Handel.

Sea Shepherd Global hat eingehende Untersuchungen zum weltweiten Haiflossenhandel und dessen Versorgerrouten angestellt, um den Transportunternehmen ein klareres Bild zu liefern, wie diese ihre Verpflichtungen für ökologisch nachhaltige Transportrichtlinien am besten angehen und durchsetzen können.




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