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mimeermain2. Dezember 2019:  Sea Shepherd kehrt ins übermäßig ausgebeutete Mittelmeer zurück und deckt dort auf, was den größten Anteil an Plastikverschmutzung ausmacht: illegale Fischerei-Ausrüstung. Die Aktion wurde mit Hilfe des Aeolian Islands Preservation Funds und Smile Wave in Zusammenarbeit mit Kleinfischern von Lipari und Salina durchgeführt.

Sea Shepherd sagt der, durch illegale Fangausrüstung verursachten, Plastikverschmutzung den Kampf an. Seit langem stellt diese den größten Anteil an Plastikverschmutzung dar, die im Mittelmeer den Meeresgrund, die Korallenriffe und das gesamte Ökosystem zerstört. Zudem treiben Millionen an weggeworfenen Plastikflaschen und -behältern im Wasser und verschmutzen das Meer fortdauernd, indem sie im Laufe der Zeit zu riesigen Mengen an Mikroplastik zerfallen. Wenn ihre Verankerung reißt, werden Lockbojen (*FADs) zu Todesfallen aus umher treibenden Netzschnüren, in denen sich Seevögel, Schildkröten, Wale und Fische verheddern und sterben.

Die geschätzte Anzahl illegaler FADs ist schier unvorstellbar:

- 10.000 illegale FADs im südlichen Thyrrenischen Meer mit geschätzten 20.000 Kilometern an Polypropylen-Schnüren und hunderten Plastikflaschen und -behältern.
- Nach einer, im Journal of Environmental Management veröffentlichten, wissenschaftlichen Arbeit, die Forschungsergebnisse aus Sizilien, Malta, und Tunesien kombiniert, wurden zwischen 1961 und 2017 1,6 Millionen FADs und 5,4 Millionen Plastikflaschen und -behälter im Mittelmeer entsorgt. Quelle: sciencedirect.com/science/arti…01479719314677?via%3Dihub
- Illegale, unregulierte und undokumentierte Fischerei (IUU-Fischerei) tötet millionenfach verschiedene Arten, bereichert Kriminelle und fügt der legalen Kleinfischerei erheblichen Schaden zu.

Sea Shepherd arbeitet mit den italienischen Behörden zusammen, um die illegalen Fanggeräte aus den italienischen Gewässern zu entfernen. Foto: Sea Shepherd.
OPERATION SISO 2019 ist eine Kampagne in Zusammenarbeit mit den italienischen Behörden, bei welcher zwei von Sea Shepherds Schiffen, anfangs verdeckt, in Gebrauch sind: ein 10 m langer Katamaran und das Schlauchboot HUNTER.

An der Kampagne beteiligten sich Kleinfischer aus Lipari und Salina. Sie stellten ihre Kenntnisse in den Dienst des Meeresschutzes und zeigten Sea Shepherd die Gebiete auf, die am stärksten von der Überfischung betroffen sind. Die Kleinfischer schlossen sich dem Kampf gegen Wilderer an, indem sie die Position illegaler FADs meldeten. Auch der italienische Dirigent Roberto Soldatini unterstützte die Meeresschutz-Kampagne, indem er Sea Shepherd mit seinem eigenen Segelboot begleitete.

Nach der Abfahrt aus dem sizilianischen Portorosa bewegte sich das Team auf einer Route durch Gewässer, die für ihre hohe Konzentration an illegalen Lockbojen bekannt sind. Die Schiffe waren mit einem System aus Seilwinden ausgestattet, die speziell dafür entwickelt wurden, fest verankerte FADs mitsamt aller Polypropylen-Schnüre und Plastikbehälter vollständig aus dem Wasser zu bergen.

Der tatkräftige Einsatz zur Bergung von FADs begann am 12. Oktober um 9:15 Uhr nach dem Übereinkommen mit der italienischen Finanzpolizei und Küstenwache. Dutzende illegaler Lockbojen konnten in den anschließenden Tagen mittels GPS geortet und dann entfernt werden.

Durch die harte Arbeit in den darauffolgenden Wochen konnten 77 illegale FADs mit 150 km Polypropylen-Schnüren und hunderten Behältern voller gesundheitsgefährdender, verschmutzender Rückstände geborgen werden. Sie wurden sichergestellt und der Küstenwache von Lipari übergeben.

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„Gemeinsam gewinnen wir“, erklärt der Kampagnenleiter der OPERATION SISO, Andrea Morello. „Das Problem mit den illegalen Lockbojen weist apokalyptische Ausmaße auf. Alleine könnten wir diese Vielzahl an FADs nicht bekämpfen, selbst wenn wir 100 Schiffe hätten. Aber durch unsere Kooperation mit den örtlichen Behörden, wie der Finanzpolizei und der Küstenwache und durch die Mithilfe einzelner Segler im Mittelmeer werden wir gewinnen. Die Flotten der Kleinfischer jeder Insel, jedes Dorfes und jedes Bezirks werden uns illegale Aktivitäten melden. Zusammen, und mit Unterstützung durch unsere Spender und Stiftungen, wie dem Aeolian Preservation Fund und Smile Wave, werden wir Recht und Ordnung wiederherstellen und Millionen Leben retten.“

„70% des Sauerstoffs dieses Planeten kommen aus dem Ozean“, fährt Andrea Morello fort „Alle Menschen, die auf dem Mittelmeer segeln, werden diesen Weg wählen müssen und wie Roberto mit dem eigenen Boot durch aktives Eingreifen illegale Aktivitäten stoppen, um das Schicksal des weltweit am stärksten ausgebeuteten Meeres abzuwenden. Nach den im Sofia-Bericht veröffentlichten Daten der UN, sind 62% der Fischbestände im Mittelmeer bereits zusammengebrochen. Um das Meer vor illegaler Fischerei und illegalen FADs zu schützen, sind wir auf die Mithilfe aller angewiesen. Wir brauchen Spenden, um ein Schiff zum Erhalt unserer Meere dauerhaft im Einsatz halten zu können. Mit der größten privaten Flotte der Welt werden wir lossegeln und „unsere Mandanten“ verteidigen: alle Lebewesen, die in den Ozeanen zuhause sind.“

Durch einen Besuch auf https://www.seashepherd.it/ (nur italienisch) kann man die Kampagne unterstützen. Hier wird es künftig die Möglichkeit geben, die Sichtung illegaler FADs auf See zu melden, ihre Registrierung zu prüfen, sowie Koordinaten und Fotos hochzuladen.

*Über FADs (Fish Aggregation Devices/Lockbojen)

FADs oder Lockbojen sind Fischfanggeräte zum Anlocken von Fischen. Regional sind Namen wie „caponare“ oder „cannizzi“ geläufig. In den Gewässern um die Äolischen Inseln sind sie illegal.

FADs bestehen aus zwei Teilen: einem Schwimmteil, das aus einem Plastikbehälter und Palmblättern hergestellt wird, und einem verankerten Teil. Dafür werden üblicherweise lange Polypropylen-Schnüre an einem Betonklotz oder Steinen festgebunden. Das Gewicht verankert die Fangvorrichtung dann fest am Meeresgrund. Hauptsächlich zielt diese Fangweise auf die Goldmakrele ab. Dieser Hochseefisch, durchquert vom Spätsommer bis zum Jahresende das Thyrrenische Meer in großen Schwärmen.

Illegale FADs werden aus dem Mittelmeer geborgen. Foto: Sea Shepherd.
Laut dem örtlichen Fischerei-Wirtschaftsplan der Äolischen Inseln gelten folgende Regulierungen zum Gebrauch der FAD: „Es werden Gebiete spezifisch für die Verankerung der FAD ausgewiesen – ihre Zahl ist auf max. 20 begrenzt. Standort und Position werden nach Plan festgelegt. Sie werden Fischern informell zugewiesen und erkennbar gemacht. Das Ausbringen der FAD darf ab dem 15. September erfolgen, um auf die frühe Wanderung der Goldmakrelen zu reagieren, wie sie in den vergangenen Jahren stattgefunden hat. Der Fang ist ab dem 30. September gestattet.“ FADs, die nicht zur Erkennung markiert sind, nicht biologisch abbaubar sind oder nicht rückverfolgbar sind, gelten als illegale Fanggeräte.

Erfahre hier mehr über OPERATION SISO: https://seashepherd.at/1599-operation-siso-gestartet




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