• Simple Item 10
  • Simple Item 7
  • Simple Item 11
  • Simple Item 1
  • Simple Item 9
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

Stellnetze sind eine große Gefahr für die Ostsee-Schweinswale.Stellnetze sind eine große Gefahr für die Ostsee-Schweinswale.
Im Sommer 2016 recherchierte Sea Shepherd an verschiedenen Orten der deutschen Ostseeküste an Land und zu Wasser, um sich einen Überblick über die Verbreitung von Stellnetzen und die akute Bedrohung, die diese für Schweinswale und anderes Leben in der Ostsee darstellen, zu verschaffen.

In der Ostsee leben zwei Schweinswalpopulationen, eine in der westlichen Ostsee mit ca. 10.000 Individuen, die andere weiter östlich mit nur noch ca. 450 Individuen (Quelle SAMBAH – Projekt), stark vom Aussterben bedroht. Ganz generell ist der Lebensraum der Schweinswale in der Ostsee gefährdet, er wird durch uns vermüllt, durch Schiffsverkehr und Bauarbeiten verlärmt, die Fischerei entzieht Nahrung und Lebensgrundlagen. Zusätzlich verendet eine unbekannte Zahl von Schweinswalen als Beifang in den Netzen der Fischer. Schätzungen gehen von ca. 130 Tieren pro Jahr aus, diese sind allerdings sehr ungenau und man muss eine weitaus höhere Dunkelziffer befürchten.

netz1Für die Fischer bedeuten Schweinswale als Beifang einen erheblichen Aufwand, weshalb vermutlich nur ein Bruchteil überhaupt gemeldet wird. Dafür spricht die steigende Anzahl von Todfunden an den Küsten in den letzten Jahren. Oft weisen die Tiere Netzmarken auf, was darauf hindeutet, dass sie in Netzen verendet sind. Hier wäre eine genauere Untersuchung vonnöten, um die genaue Todesursache festzustellen, wovon aus Kostengründen oft Abstand genommen wird. Auch werden tote Schweinswale einfach mit Gewichten beschwert und an Ort und Stelle versenkt. Es soll auch eine Möglichkeit der anonymen Abgabe solcher Beifänge geben,inwiefern das genutzt wird, ist nicht bekannt.

Schutzgebiete – nur auf dem Papier
Man ist sich innerhalb der EU und auch in Deutschland dieser Problematik bewusst. Deutschland hat im Rahmen des Natura- 2000 Projektes im Jahre 2004 zehn sogenannte FFH-Gebiete („Flora-Fauna-Habitat“) in der Nord- und Ostsee an die EU gemeldet, diese sollen bis 2018 zu sechs „echten“ Schutzgebieten umgewandelt werden.

Es gibt ergänzend auch diverse Schutzbestimmungen der Länder und des Bundes, aber diese werden oft durch Sonderregelungen für die Berufsfischerei ausgehebelt. Da ist es nicht unüblich, das Stellnetze in Vogelschutzreservaten genutzt oder in FFH-Gebieten gesetzt werden dürfen, wenn sie mit Vergrämergeräten (sog. Pinger) versehen sind. Hier zeigt sich schon der Widerspruch in den deutschen Schutzbemühungen für den Schweinswal. Man schafft FFH-Gebiete (spätere Schutzgebiete) für diese Tiere, wenn aber Fischer vor Ort aktiv sind, müssen diese Tiere aus ihren „Schutzgebieten“ verschwinden.

Hier sei auch nochmal die Wirksamkeit dieser Geräte in Frage gestellt. Wir konnten Schweinswale beobachten, die in nur geringem Abstand (25-30 Meter) zu einem Stellnetz mit Pinger vorbeischwammen. Wenn nun ein Stellnetz z.B. 300-500 Meter lang ist und nur am Anfang, in der Mitte und am Ende dieses Netzes Pinger angebracht sein müssen, bleibt immer noch viel Platz für ein Einschwimmen der Schweinswale in die Netze.

sierra1
In den Wochen vor Ort führte Sea Shepherd mit dem Schnellboot „Sierra“ diverse küstennahe Kontrollfahrten durch und stieß dabei jedes Mal auf Stellnetze. Diese Netze unterscheiden nicht zwischen der eigentlichen „Beute“ und anderen Meeresbewohnern, z.B. Seevögeln (siehe dazu auch den Videoclip, aufgenommen am Rande eines Vogelschutzreservates) oder eben den Schweinswalen. Für die Schweinswale sind diese Netze nur sehr schwer bis gar nicht zu orten. Gerade junge und auch unerfahrene Tiere verfangen sich leicht darin und ersticken dann qualvoll.


Unsere Anwesenheit blieb natürlich nicht unentdeckt und so zogen es manche Fischer vor, in diesen Tagen ihre Netze nicht auszubringen. Wenn allein unsere Anwesenheit schon für Veränderung sorgt, müssen wir unsere Präsenz vor Ort verstärken.

Aus zuverlässigen Quellen wissen wir, dass auch in den großen, weiter draußen gelegenen FFH-Gebieten wie der Oderbank oder dem Adlergrund Stellnetze genutzt werden. Die Behörden können dies nur stichprobenartig kontrollieren, obwohl gerade dort eine engmaschige Kontrolle nötig wäre.

Wir fordern ein sofortiges, komplettes Verbot der Stellnetzfischerei in der Ostsee.

Zusätzlich muss Deutschland hier mit seinen Nachbarstaaten (Dänemark, Polen) weitere wirksame Schutzmaßnahmen für die bedrohten Schweinswale etablieren. Dieses Thema wird uns sicher auch weiterhin beschäftigen. Für die zweite, kleinere Population ist es bereits kurz vor Zwölf!
Aussterben bedeutet, diese Spezies verschwindet für alle Zeiten von diesem Planeten.




News / Kommentare

  • Wir müssen unsere Plastik-Fehler bereinigen
  • Sea Shepherd fordert USA zur Überprüfung von Nachhaltigkeit der Garnelenfischerei auf
  • Antwort auf das Erreichen der Walfangquote von 333 Walen durch die japanischen Walfänger
  • Die Festsetzung der LU RONG YUAN YU 988

Event-Vorschau

  • 16.9.17 - Wave Breaker Festival

Österreich News

  •   +

      Artgerecht ist nur die Freiheit Read More
  •   +

      Spendenaktion des Malers Toninho Dingl Read More
  •   +

      Jahresrückblick 2016 Read More
  • 1